News > Vorarlbergerin ist AlleinerzieherIn des Jahres 2009

Patchwork Familien Service Verein für Elternteile & Familien im Wandel ZVR Nr. 578019730 am 17.11.2009
Diese Award-Aktion für Alleinerziehende wurde von Margit Picher, alleinerziehende Mutter und GF Obfrau des Patchwork-Familien-Service ( die selbst nun für den Ersten Grazer Frauenpreis der Stadt Graz nominiert wurde) ins Leben gerufen, um die enorme Leistung von Alleinerziehenden im Namen aller Alleinerziehenden öffentlich zu würdigen und deren Rahmenbedingungen zu verbessern.
Die Gewinnerin wurde aus 84 Bewerbungen und Nominierungen von einer 4 köpfigen Jury ausgewählt. Sandra Eberle ist dieses Jahr die Preisträgerin, eine alleinerziehende 35 jährige Vorarlbergerin aus Dornbirn, kfm. Angestellte die ihrem seit Geburt an schwerkranken Kind ( Luca 5 Jahre) einen Teil ihrer Leber transplantieren ließ.
Die Jury bestand aus:

Euke Frank (Woman Chefred.), Prof. Dr.in Gerti Senger ( Psychologin), Barbara van Melle (ORF-Mod.) und Margit Picher (GF/Obfrau Patchwork-Familien-Service) .
Die Wahl ist der Jury nicht leicht gefallen, zumal es sehr viele berührende Bewerbungen gab, die allesamt zeigten mit wieviel Herausforderungen Alleinerziehende alltäglich zu kämpfen haben. Frau Eberle überzeugte allerdings die Jury durch ihre positive Lebenseinstellung mit der sie ihre schwierige Lebenssituation gemeistert hat. Überzeugen sie sich selbst in nachfolgendem Auszug der Bewerbung:

Die Gewinnerin schrieb in Ihrer Bewerbung:

Mein Name ist Eberle Sandra. Ich bin 35 Jahre alt und Alleinerzieherin eines 5-jährigen Sohnes Luca. Ich arbeite als Angestellte (Teilzeit) im Büro. Im Grunde nichts schwieriges, allerdings war der Start für meinen Sohn und mich ganz schwierig und ich bin stolz, das als Alleinerzieherin überhaupt geschafft zu haben.
Nach einer zehnjährigen Beziehung mit meinem Lebensgefährten, bekamen wir unser Wunschkind „Luca“ im April 2004. Luca war ein schwieriges Kind (da er krank war – es aber niemand wusste). Ich hatte schon während der Schwangerschaft durch seine Krankheit große Probleme, diese wurden allerdings von den Ärzten nie ernst genommen sondern eher belächelt – und es sollte auch danach nicht besser werden. Wir hatten zwei unvorstellbare Monate, da Luca eigentlich schwer krank war, es aber niemand, auch kein Kinderarzt, erkannte und mir eigentlich niemand glaubte. Es folgten einige Operationen an der UNI-Klinik in Innsbruck. Wir waren ca. ein ¾ Jahr im Krankenhaus, was für alle eine wahnsinnige Belastung war.
Da unsere Partnerschaft dieser Überlastung nicht standhalten konnte, haben wir uns 2005 getrennt. Auch wenn das für mich ein Schock war, hatte ich keine Gelegenheit darum zu trauern, denn ich musste mich ja um meinen kleinen Sohn kümmern und unser Leben meistern.Kurzum, wir hatten einen ganz schwierigen Start. Es ist hart allein erziehende Mama zu sein, vor allem, wenn das Kind so viel Kraft von einem verlangt. Luca war total auf mich fixiert.
Im März 2007 war es dann soweit. Luca brauchte eine neue Leber und nach all dem Wirbel in unserem Leben war es für mich die einfachste Lösung, einen Teil meiner Leber zu spenden. Was allerdings einige Risiken mit sich brachte. Jetzt ist das alles Jahre her und wir können ein „normales“ Leben führen. Ich arbeite wieder (50 %) und Luca entwickelt sich normal und darf sogar in den Kindergarten. Mein großer Wunsch wäre es, dass das Ansehen von Alleinerziehenden von vornherein nicht nur immer negativ gesehen wird. Es sollte unbedingt bewusst gemacht werden, dass diese Form der Familienzusammenstellung ein großes Maß an Organisation und Verlässlichkeit verlangt.
Wir beide sind eine Familie und ich versuche, Luca trotz allem als lebensfrohen und lebensbejahenden Menschen zu erziehen. Ganz wichtig ist mir, dass er lernt, was richtig und was falsch im Leben ist. Ich bin stolz, dass er trotz allem, ganz „normal“ ins Leben geht und hoffe, dass ihn die jetzige Familiensituation für sein weiteres Leben in keinster Weise belastet.
***
Nähere Informationen über die bundesweite Preisausschreibung finden Sie auf unserer Homepage www.patchworkfamilien.at.
Nächstes Jahr wird ein alleinerziehender Vater prämiert.
Die heutige Preisverleihung wurde von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek sowie von Frauenstadträtin Elke Edlinger eröffnet.

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek welche die Schirmfrauschaft für diese Aktion übernommen hat war beeindruckt von den Leistungen Alleinerziehender und lobte das Engagement des Grazer Vereins für Alleinerziehende und Patchworkfamilien . Auch Frauenstadträtin Elke-Edlinger und die Initiatorin Margit Picher waren sich darüber einig, dass gesellschaftlich bereits viel geschehen ist allerdings sich noch die strukturellen Rahmenbedingungen wesentlich verbessern müssen, um die Belastungen für alleinerziehende Elternteile zu reduzieren.

Margit Picher wies darauf hin, dass das einkommensabhängige Kindergeld ein Fortschritt sei, allerdings nicht ausreichen würde, dass Alleinerziehende ( bis einem Monatseinkommen von 1.200 Euro) 2 Monate mehr als bisher Kindergeld und- höhe erhalten sollen, sondern mit Paaren gleichgestellt werden sollten. Auch die Pflegefreistellung bedarf noch einer Adaptierung. Es ist nicht einzusehen, dass Kinder als Ein-Elternfamilien im Krankheitsfall nicht gleich lange betreut werden können als bei Paaren. Denn Kinderkrankheiten orientieren sich nicht nach der Familienform und gerade diese benötigen Entlastung, so Picher.

Der Gewinnerin Frau Sandra Eberle und Ihrem 5 jährigen Sohn Luca wurde von Herrn Mag. Gernot Deutsch ( GF der Heiltherme Bad Waltersorf) stellvertretend für alle AlleinerzieherInnen ein Gutschein für 2 N/HP -Hotel-und Thermenaufenthalt für 2 Personen in der Heiltherme Bad Waltersdorf inkl. An-und Rückreise durch die ÖBB als SponsorInnen übergeben.

Der 10 jährige Magic Matthias verzauberte noch die anwesenden Gäste mit verblüffenden Zaubertricks. Ein kleines Buffet zum Plaudern rundete den für alle Anwesende sichtbar berührende Vormittag ab.

Wer den Glanz in den Augen der Preisträgerin und des 5 jährigen Luca gesehen hat weiss wie wichtig diese Anerkennung für sie war und wird verstehen, dass sich die Bemühungen die mit der Organisation dieser Aktion verbunden sind dadurch gelohnt haben.

Wir danken unseren FördergerberInnen, SponsorInnen ( BKA für Frauen, Frauenreferat Stadt Graz, Heiltherme Bad Waltersdorf , ÖBB) und der Presse für ihre Unterstützung.

http://www.patchworkfamilien.at/themen/themendetail.php?arti...


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